Viele werfen abgeblühte Amaryllis-Knollen weg, wenn der wunderbare Blütenzauber vorbei ist! Aber die dicken Amaryllis-Zwiebeln sind zu schade zum Entsorgen, denn man kann sie relativ leicht wiederverwenden, wenn man ihnen entsprechende Pflege angedeihen lässt. Der Artikel versucht die wichtigsten Tipps und Tricks zusammen zu fassen, um diese Blumen alljährlich zur Weihnachtszeit auch bei euch erblühen zu lassen.

Allgemein Wissenswertes

Die ursprüngliche Heimat der Amaryllis ist Südamerika, seit beinahe 200 Jahren ist sie in Europa zu finden. Und weil die tropische Schönheit gerade im Winter die Hauptblüte hat, ist sie eine so beliebte Pflanze für den adventlichen Zimmerschmuck geworden. Der Ritterstern zählt wie Tulpen und Hyazinthen zu den Zwiebelblumen. Sein Lebenszyklus unterscheidet sich ein wenig von jenem der "normalen" Zimmerpflanze: Er ist eine Anpassung an die Wechsel zwischen Regen- und Trockenzeiten, wie es in ihrer Heimat vorherrscht, erforderlich. Auf die Blühphase im Winter (meistens zur Weihnachtszeit) folgt die sehr wichtige Wachstumsphase im Frühling und im Sommer. Ab dem Spätsommer beginnt dann die Ruhephase, die bis Anfang Dezember dauert. Damit Rittersterne auch als Zimmerpflanzen regelmäßig blühen, muß man diesen Rhythmus simulieren.


Bildquelle: Erika Hartmann / pixelio.de

 

Amaryllis Pflege nach der Blüte

Die Zwiebeln der Amaryllis (auch Ritterstern genannt) brauchen während ihrer gesamten Wachstumszeit regelmäßige gute Ernährung, damit sie bereits für die nächste Saison ausreichend Nährstoffe einlagern können. Sollte die Pflanze über zu wenig Nährstoffe verfügen, greift sie auf ihre eigenen Kraftstoffreserven zurück und zehrt sich sozusagen selbst auf. Die Zwiebel wird klein, verliert an Festigkeit und wird gegenüber Krankheiten und Pilze anfällig. Nach der Blüte tragen die Blumen noch lange ihr zierendes, dickes Laub. Und genau so lange sollte man sie auch weiter gießen und regelmäßig düngen. Wer die Amaryllis nach der Blüte nicht mehr sehen mag, kann sie ja an einen unauffälligeren Ort rücken, wo sie nicht stören – im Sommer auch draußen stellen, dann aber halbschattig bis schattig, damit die Blätter nicht verbrennen. Nur wenn die Blätter bzw. der gesamte oberirdische Teil der Pflanze entsprechend Zeit hat, sich "einzuziehen", und man nicht vorher unansehnliche Teile entfernt, bekommt die Zwiebel die notwendige Kraft, in der folgenden Saison erneut auszutreiben, bzw. Tochterzwiebeln zu bilden. D.h. verblühte Blüten oben abschneiden, den gesamten Blütenstand erst dann entfernen, wenn er dürr geworden ist. Die Blätter dranlassen, bis sie gegen Sommer von selbst einziehen.

Entsprechend dem natürlichen Zyklus beginnt die Ruhephase der Amaryllis mit Anfang August. Gießen und Düngung werden ab diesem Zeitpunkt vollständig eingestellt und die Pflanze kühl gestellt (im Topf oder ausgetopft), z.B. im Keller. Da das Laub dann einzieht und Photosynthese damit nicht mehr nötig ist, kann es für diesen Zeitraum ruhig dunkel sein.

Ab Ende November holt man die Amaryllis wieder aus ihrem Ruheraum heraus, entfernt eventuell altes Laub, topft sie in frische Erde ein (Achtung: Amaryllis-Zwiebeln werden höchstens so tief gesetzt, dass der Hals noch aus der Erde herausragt), fängt ganz langsam mit dem Gießen an (Achtung: die Gefahr des Schimmelns oder Faulens ist zu diesem Zeitpunkt sehr groß) und stellt sie bei Zimmerwärme und Tageslicht auf.

Wird die Zwiebel der Amaryllis zu weich: Dies ist ein untrügliches Zeichen dafür, das die Zwiebel fault. Ihr Standort ist entweder zu kühl oder zu nass.


Bildquelle: SueSchi / pixelio.de

 

Überblick eines Amaryllis-Jahres in unseren Breiten (Österreich/Deutschland) beginnend mit dem Kaufmonat Dezember

Dezember bis Jänner: Der Ritterstern wird mäßig und INDIREKT über den Untersetzer gegossen, so dass die eigentliche Zwiebel trocken bleibt. Sobald der neue Blütenstiel etwa zehn Zentimeter lang ist, gießt man etwa einmal pro Woche. Drehe den Topf auf der Fensterbank alle paar Tage, damit der Blütenstiel sich nicht zu stark zum Licht neigt (sehr lange Stiele müssen eventuell gesondert gestützt werden). Idealer Standort für eine lange Blütezeit: helle, nicht zu sonnige Plätze, bei 18–20 °C Zimmertemperatur.

Februar: Die verwelkten Blüten schneidet man mit dem Stiel ab, der Rest muss erhalten bleiben.

März bis April: Gieße häufiger und halte die Pflanze etwas wärmer, damit sich die Blätter gut entwickeln. Jetzt beginnt die Wachstumsperiode.

Mai bis Juli: Füge alle zwei Wochen etwas Flüssigdünger ins Gießwasser hinzu und stelle die Pflanzen am besten an einen halbschattigen Platz ins Freie. Eine gute Versorgung mit Tageslicht, Wasser und Nährstoffen ist jetzt wichtig, da in der Zwiebel bereits die neuen Blüten angelegt werden.

August: Stellen das Gießen ein und lasse das Laub welken, damit die Pflanze in die natürliche Ruhephase übergeht.

September bis Oktober: Schneide die eingetrockneten Blätter ab und lass' die Zwiebel bei etwa 15 °C in trockener Erde ruhen.

November: Pflanze die Zwiebel nun in frische Erde und lass' sie etwa zur Hälfte aus der frischen Erde herausschauen. Tipp: Wenn die Pflanze Brutzwiebeln gebildet hat, kannst du diese abnehmen und zur Vermehrung separat einpflanzen. Die jungen Zwiebeln brauchen ein paar Jahre, bis sie groß genug sind, um eigene Blütenstiele zu bilden.