Dieses in Europa heimische Wildkraut stammt aus der Familie der Asterngewächse und ist mit vielen Gartenpflanzen verwandt. Es sind sämtliche oberirdischen Teile der Pflanze zum Verzehr geeignet. Ihr botanischer Name Achillea leitet sich von dem griechischen Helden Achilles ab, von dem behauptet wird, dass er mit dieser Pflanze seine Wunden behandelt hat.

Merkmale

Heute gibt es eine Reihe von farbenfrohen Züchtungen (z.B. Achillea millefolium „Cassis“, Achillea millefolium „Colorado“ oder Achillea millefolium „Kirschkönigin“), die jedoch keine (bzw. sehr geringe) Heilwirkung aufweisen.
Bei allen Achillea-Arten handelt es sich um ausdauernde, krautige Pflanzen, die Wuchshöhen von sechs bis zu achtzig Zentimetern erreichen. Meist duftet die ganze Pflanze aromatisch. Im Frühling treibt das Rhizom eine Blattrosette aus. Später wächst ein Stängel, auf dem sich die Blüten bilden. Der glatte bis behaarte Stängel ist zäh und innen markhaltig.
Die schmalen, wechselständigen und gefiederten Laubblätter sind gestielt bis sitzend. Die aromatischen Blätter entwickeln sich in Rosetten aus einem kriechenden Wurzelstock (fühlt sich die Pflanze wohl, kann sie sich innerhalb kürzester stark ausbreiten, dies sollte bei der Gartengestaltung berücksichtigt werden).

Achillea clypeolata oder auch Goldquirl-Garbe
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Die weißen Scheindolden der Blütenstände entwickeln sich zwischen Juni und August an den Enden der bis zu sechzig Zentimeter langen Triebe. Der einfache oder zusammengesetzte scheindoldige Blütenstand besteht aus vielen kleinen körbchenförmigen Teilblütenständen. Die einzelnen Blütenkörbchen weisen meist einen Durchmesser von zwei bis Millimeter auf und enthalten 15 bis mehr als 75 Röhren- und meist drei bis fünf Zungenblüten. Die Blütenfarbe der meisten Arten ist weiß bis schwach-gelblich, auch rosa Färbungen kommen vor. Das markante Aroma kommt durch ätherische Öle, Bitter- und Gerbstoffe, Flavonoide und diverse Mineralien zustande.
Verbreitung

Sie ist in den gemäßigten Bereichen Europas, Amerikas und Asiens weit verbreitet. In Höhenlagen ist sie bis etwa 2.500 Meter zu finden, in den heißen Mittelmeergebieten jedoch recht selten. Die Schafgarbe bevorzugt einen sonnigen und stickstoffhaltigen Platz und ist vor allem auf Äckern, in trockenen Wiesen, Weiden, an Wegrändern und auf Geröllhalden zu finden.

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Anbau und Pflege

Die Schafgarbe wird im Frühjahr in Reihen, bzw. in Horsten mit ausreichendem Abstand ausgesät. Der Standort sollte möglichst voll-sonnig gewählt werden. Übermäßig feuchte oder schattige Standorte lassen die Pflanzen verkümmern. Jeder humose, aber auch magere, durchlässige Boden ist geeignet, nur Staunässe muss vermieden werden. Bevorzugt wird kalkhaltiger Boden. Der Wurzelstock kann bis zu einem Meter lang werden und hat viele Ausläufer, aus denen sich junge Pflanzen entwickeln. Es ist sehr einfach, die Schafgarbe selbst im kleinsten Kräutergarten oder auch in Töpfen und Kübeln anzusiedeln.

Eine Vermehrung ist sowohl durch Aussaat als auch Teilung sehr leicht möglich. Die Schafgarbe kann mit vielen staudenartigen Kräutern in Mischkultur angebaut werden. Durch den Schnitt verblühter Blütenstengel kann die Nachblüte angeregt werden.

Krankheiten und Schädlinge

Die behaarten Blätter werden leicht durch Umwelteinflüsse verschmutzt (das Sammelgut daher immer gut waschen!). Mehltau kann bei geschwächten Pflanzen ab und an auftreten.

Ernte und Verwendung

Die Schafgarbe zählt zu den ältesten Heilpflanzen der Welt, so wurden in einem Grab in Iran mehr als 60.000 Jahre alte Pflanzenreste gefunden, die als Grabbeigabe verwendet wurden. Im Altertum nannte man sie auch Soldatenkraut (herba militaris), da sie häufig zur Behandlung blutender Kampfwunden verwendet wurde.
Der deutsche Name "Schafgarbe" leitet sich von dem althochdeutschen Wort garwe ab, was so viel heißt wie: Gesundmacher.
Verwendet werden die oberirdischen Teile der blühenden Pflanze. Die Sammelzeit ist im Juli und August. Das Kraut wird etwa 20 cm über dem Boden abgeschnitten. Man kann die Pflanze frisch oder trocknen verarbeiten und daraus z.B. Tee und Tinkturen gewinnen. Roh verwenden kann man aufgrund des allzu bitteren Geschmacks nur die ganz jungen, zarten Blätter.

Rezept- und Anwendungsvorschläge

Eigenschaften: wundheilend, entzündungshemmend, verdauungsfördernd, sedativ; Es ist ein natürliches Bittermittel.

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl mit Chamazulen, Azulen, Eukalyptol, Gerbstoffe, Flavone, , Harz und verschiedene Mineralien (u.a, Kalium, Phosphor), Vitamin C, Vitamin K sowie Karotin.

In der Küche können junge Schafgarbenblätter roh in Salate, für Kräuterbutter, Kräutertopfen und für Käse- oder Eiergerichte verwendet werden. Man sie auch Suppen, Saucen, oder Kartoffelgerichten beifügen. Das getrocknete Kraut mit Salz im Mörser zerkleinert ergibt ein gut würzendes Kräutersalz, welches fette Speisen besser verdauen helfen soll.

Wildkräutersauce: 2 EL gehackte Schafgarbenblätter, 2 EL Löwenzahnblätter, 2 El Kerbel, 1/2 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 1 EL Mohnöl, 1 TL Honig, 1 Becher Joghurt. Alles zusammen mit dem Pürierstab zu einer Sauce zerkleinern.

Innere Anwendung der blühenden Sproßspitzen (verdauungsfördernd, Schlaflosigkeit, Nervosität, Bauch- und Menstruationsschmerzen).

Weintinktur: 4 g der Droge auf 100 ml Weißwein fünf Tage lang ansetzen und anschließend abseihen. Ein Gläschen nach den Mahlzeiten oder bei Bedarf.

Tee: 4 g auf 100 ml Wasser mehrere Stunden ziehen lassen. Zwei- bis dreimal täglich oder bei Bedarf.
Äußere Anwendung v.a. zum Reinigen kleinerer Wunden der Haut und äußeren Schleimhäute:

Infus: 8 g auf 100 ml Wasser für Mundspülungen, Waschungen oder getränkte Kompressen (mind. 15 Minuten auf die betroffene Stelle).

Erfahrungsbericht des Autors

Ich testete mein Wissen mit insgesamt drei Arten: Achillea millefolium (die heilkräftige Wildform), Achillea millefolium „Colorado“ (Mischung aller möglichen Rotschattierungen, von hell bis dunkel) und Achillea clypeolata oder auch Goldquirl-Garbe (goldgelbe Dolden mit silbergrauem Laub, die hervorragend für Trockenblumen geeignet sind), die ich allesamt aus Samen zog.
Allen drei ist ein relativ rasches und problemloses Keimen der Samen zu eigen. Ich härtete die kleinen Pflänzchen einen Sommer lang jeweils in 15 cm-Töpfen ab, sodaß sie einen schönen, kräftigen und gleichmäßigen Wuchs bekamen. Im frühen Herbst kamen sie schließlich z.T. in den Garten und auf den Balkon. Sie gedeihten mit Ausnahme von vollschattigen Plätzen recht gut, wobei sie auch ein zu trockener, „toter“ Erdboden kümmern lässt.
Die stärkste Entwicklung ist bei allen Achillea clypeolata-Pflanzen zu erkennen. Sie bildeten starke und sich rasch ausdehnende Horste. Der Winterfrost ist kein Problem. Sehr gerne haben sie es, wenn man abgestorbenes Laub (v.a. im Spätsommer) abschneidet. Dann kommen richtig kräftige, junge Triebe nach. Alles in allen eine sehr dekorative, einfach zu handhabende und überaus heilsame Pflanze für den Garten und den Blumentopf.

Quellenverzeichnis

  • Mann, Dirk: Kräutergarten, Stuttgart 2007
  • Wurzer, Walter (Übersetzer): Das große Lexikon der Heilpflanzen. Ihre Anwendung und ihre natürliche Heilkraft, Klagenfurt 1994
  • Vonarburg, Bruno: Homöotanik: farbiger Arzneipflanzenführer der klassischen Homöopathie. Extravagante Exoten, Band 4, Stuttgart 2005
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Schafgarben
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